Wir sind noch ganz elektrisiert aufgrund des deutsch-lettischen Krimis am gestrigen Abend und freuen uns mit der deutschen Nationalmannschaft über den Einzug in die EM-Zwischenrunde. Dort warten nun Leckerbissen wie Griechenland (Freitag, 18:15 Uhr), Mazedonien (Sonntag, 15:45 Uhr) und Kroatien (Dienstag, 21 Uhr) auf die jungen Deutschen.
Unter ihnen befindet sich unser Bonner Nationalspieler Tim Ohlbrecht und sammelt – nach dem olympischen Qualifikationsturnier und der anschließenden Olympiade – erneut bei einem großen internationalen Turnier Erfahrung, während der Rest des Bonner Teams sich im Trainingslager abquält. Wir haben bei den bisherigen drei Spielen der EM-Vorrunde daher natürlich speziell auf Tim geachtet und wollen ein wenig auf die Kritik an Ohlbrechts Leistung in diesen Spielen eingehen, die wir auf Schönen-Dunk und im Baskets-Forum recht häufig zu lesen bekommen.
Natürlich erhofft sich jeder (inklusive uns), dass Ohlbrecht in der Nationalmannschaft gute Spiele abliefert. Nichts wäre schöner, als aktuell im DSF schon einen Vorgeschmack auf das zu bekommen, was uns dann ab Oktober für mindestens zwei Spielzeiten in Magenta erwartet. Dass es dazu nicht kommt und auch nicht kommen kann, ist leicht erklärt: Man sieht ihm an, dass er durch die äußerst sporadischen Kurzeinsätze und die gegen Null tendierende Involvierung als Scoringoption in der Offensive, total verunsichert ist und absolut nicht in einen Rhythmus kommt. Wer will es ihm verübeln? Wer selbst schon einmal Basketball auf Vereinslevel gespielt hat, weiß, wie schwierig es ist, von der Bank zu kommen, nur wenige Minuten zu kriegen und in den Offensiv-Systemen des Trainers nur Durchgangsstation und Blocksteller zu sein.
Bei den Baskets wird seine Rolle anders aussehen. Sicher wird er auch bei uns nicht die erste Option im Angriff darstellen, aber er wird starten, entsprechende Minuten bekommen und definitiv als Scorer in das System involviert sein. Bedenkt man, dass sowohl Vincent Yarbrough, als auch Jared Jordan primär andere Verpflichtungen auf dem Platz haben (lies: Defense respektive Spielorganisation), bleibt für ihn als Nummer 3 hinter Taylor und Ensminger/Bowler trotzdem noch genug Raum zur offensiven Entfaltung.
Wenn man also überhaupt etwas bewerten will, dann doch die Auftritte, in denen Tim wirklich Spielzeit bekommt. Denn bei den Baskets werden seine Einsätze unter 20 Minuten Seltenheitswert besitzen.
Das einzige Spiel in der nun abgeschlossenen Vorrunden-Gruppenphase, in dem seine Leistung demnach annäherungsweise zu beurteilen ist, ist das Spiel gegen die Russen in dem er 16 Minuten spielen durfte. In dieser Zeit sammelte er zwar auch fünf, teilweise nicht allzu clevere Fouls, erzielte aber auch 9 Punkte bei 60% (3/5) aus dem Feld und 75% (3/4) von der Linie. Dazu schnappte er sich drei Rebounds (1 offensiv/2 defensiv). Für eine im Vergleich zu den Baskets-Minuten recht kurze Vorstellung eine ordentliche Leistung.
Seine defensive Rolle bei den Baskets ist wohl weitesgehend identisch mit der in der Nationalmannschaft und Tims Verteidigung kann bislang eigentlich gefallen: Er ist schnell auf den Beinen (auch wenn es ab und an staksig aussieht), am Perimeter recht aggressiv am Mann und verteidigt im Post-Up ordentlich. Positivste Erkenntnis: Er lässt sich nicht durch die Zone schieben, sondern kann auch gegen deutlich größere Kaliber (siehe: Turiaf, Ronny oder Biedrins, Andris) dagegenhalten. Natürlich neigt er noch dazu, sich in manchen Situationen zu sehr auf seine Sprungkraft und den Block zu verlassen. In der Helpdefense ist das aber eher ein Pluspunkt, wie wir letzte Saison bei Brandon Bowman sehen konnten, der doch einige Male für den geschlagenen Center per Block aushelfen konnte. Hervorzuheben ist bislang seine Reboundarbeit, bei der er ordentlich ausboxt und durch seine Athletik viele Bälle abgreifen kann. Top waren seine 9 Rebounds im Spiel gegen Slowenien vor heimischem Publikum im Telekom Dome.
Negativ fallen vor allem seine Fouls auf. Diese sind meist nicht sonderlich clever in der Art, dass es entweder Offensivfouls beim Pick ‘n’ Roll oder Blockstellen sind oder leichte Touch-Fouls beim Korbleger des Gegenspielers, die nicht selten zum 3-Punktspiel führen. Daran muss definitv noch mit ihm gearbeitet werden. Aber wir sind zuversichtlich, dass Tim sich mit entsprechenden Minuten und dem Trainer Mike Koch, der seinen Spielern Fehler zugesteht, schon in dieser Saison deutlich verbessern kann.
Ich persönlich erwarte von Tim Ohlbrecht in seiner ersten Saison im Baskets-Trikot etwa 9/6 mit 1,5 Blocks pro Spiel und sehe da noch Luft nach oben. Wenn er ehrliche Minuten bekommen würde, könnte er diese Leistung auch im Nationalteam bringen. Bewiesen hat er das ja schon mal. Wir sind gespannt und werden auch zu den kommenden Einsätzen des (de facto immernoch) 21-jährigen Youngsters unseren Senf abgeben.
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Endlich mal ein Beitrag der zwar die Schwächen unseres Timmey’s aufzeigt aber eben nicht alles niederschreibt, geht mir inzwischen nämlich ziemlich auf den Nerv. Vorallem ohne das er ein Pflichtspiel für die Baskets gesehn zu haben und unser neues Spielsystem zu kennen…
Also DAUMEN hoch!
Das Experiment mit Flomo als Starter ist im 5ten Finalspiel sowas von geglückt, dass Ohlbrecht sich den Spot in der Starting Five erst noch erkämpfen muss. Ich denke Flomo ist gesetzt, teilt sich aber dennoch die Zeit (fifty-fifty) mit Ohlbrecht.
Man kann sich ja alles schönreden, aber Fakt ist doch, dass die EM an Tim ziemlich vorbei läuft.
Aber lasst Euch Euren Optimismus nicht nehmen, würde mir wünschen Ihr hättet Recht, aber es fehlt mir noch der rechte Glauben.
Knapp sieben Minuten – was soll er da schon zeigen? Was man aber schon ein bisschen sehen konnte: Wenn er die Anspiele bekommt, scort er auch sicher. Und eigentlich hat er doch auch den Wurf aus der Mitteldistanz. Ich bin sehr gespannt auf Ohlbrecht, Koch wird ihn schon seinen Fähigkeiten entsprechend einsetzen.
Ich denke, mal ganz abgesehen von dem ersten Vorbereitungsspiel, wo er 18 Pkte gemacht hat, dass Jordan als Scoringoption nicht so weit hinten ist, wie allgemein behauptet wird.
Aber lassen wir uns überraschen…