baskets|blog: Hallo Mike! Danke, dass du dir Zeit für uns nimmst. Die Vorbereitung ist nun mit dem Spiel gegen die Artland Dragons Quakenbrück abgeschlossen. Wie würdest du zu diesem Zeitpunkt die Team-Chemie jeweils auf und abseits des Feldes beurteilen?
Mike Koch: Ich muss erstmal meiner Mannschaft ein großes Lob machen. Wir kamen erst gegen 3 Uhr in der Nacht zurück aus Oldenburg und so ein Spiel hätten wir auch ganz schnell mit 20 Punkten verlieren können. Wir haben uns aber dann über die Verteidigung ins Spiel zurückgekämpft. Im Großen und Ganzen glaube ich, dass sich die Mannschaft recht gut versteht, auch abseits des Feldes. Wir haben gute Charaktere dabei. Beim Zusammenspiel auf dem Feld haben wir sicherlich noch etwas Arbeit vor uns, da wir erst relativ spät, am 1. September, mit der Vorbereitung angefangen haben. Da sind viele andere Mannschaften schon weiter als wir. Aber für mich ist es wichtig, dass wir im April/Mai in Höchstform sind, nämlich dann, wenn es drauf ankommt.
baskets|blog: Während die Baskets letztes Jahr nur acht Vorbereitungsspiele bestritten, habt ihr dieses Jahr so viele Testspiele wie noch nie gespielt. Was war der Grund dafür?
Mike Koch: Ja, das ist richtig. Wir haben dieses Jahr elf Vorbereitungsspiele gespielt. Uns kam da noch dieser ChampionsCup in die Quere, das hätten wir ja sonst auch nicht gehabt. Aber ansonsten finde ich es gut, wenn man so um die zehn Spiele spielt, bei denen sich die Mannschaft einspielen kann. Im Training weiß zum Beispiel die Verteidigung immer genau, was auf sie zukommt. Im Spiel muss man jedoch immer neu reagieren. Wir haben neun von elf Spielen gewonnen, also bin ich mit der Vorbereitung insgesamt zufrieden.
baskets|blog: Du hast die letzten Spiele mit Patrick Flomo in der Starting-Five begonnen. Heute war es Tim Ohlbrecht, dem die Starter-Rolle auf der Position des Power-Forwards zugesprochen wurde. Wie sieht die Rollenverteilung in der Saison aus?
Mike Koch: Das wird, vor allem auf den großen Positionen, viel vom Gegner abhängen: Welcher 4er startet beim Gegner, welcher 5er? Unsere vier großen Leute können eigentlich alle gleich viel Zeit auf dem Feld verbringen. Je nach dem, welcher Spielertyp beim gegnerischen Team aufläuft, können wir mit Patrick Flomo einen sehr athletischen Spieler ins Spiel schicken oder mit Tim Ohlbrecht einen Spieler, der nicht nur über einen guten Wurf, sondern auch Größenvorteile verfügt. Das wird sicherlich im Laufe der Saison des öfteren wechseln.
baskets|blog: Viele Fans standen der Verpflichtung von Tim Ohlbrecht eher kritisch gegenüber. Die Worte „Stagnation“ oder „zu roh“ fielen in vielen Diskussionen über den Nationalspieler. Gleichzeitig gibt es aber auch schon seit Beginn seiner Karriere die Vergleiche mit Dirk Nowitzki…Kann er diesem Druck überhaupt mental standhalten oder ewartet man einfach zu viel von ihm?
Mike Koch: Natürlich erwarten alle zu viel von ihm. Er ist grade mal 21 Jahre jung und nicht etwa 25/26 Jahre alt. Er verfügt einfach noch nicht über die Erfahrung die Spieler mit höherem Alter aufweisen können. Tim hat all die Voraussetzung, die man braucht. Er kann laufen, springen und hat einen guten Wurf von Außen. Wir müssen ihn jetzt nur noch in die Mannschaft integrieren und ihn auch in seiner Entwicklung weiter bringen. Er hat das Potenzial, aber diese Nowitzki-Vergleiche haben ihn natürlich persönlich in seiner Entwicklung gehemmt und weh getan.
Nach dem Interview scherzte ein sichtlich erschöpfter Michael Koch noch ein wenig mit Moussa Diagne, der sich zusammen mit seinem Agenten Patrick King das Spiel der Baskets anschaute, bevor er dann schnell in sein Auto stieg und sich auf den Heimweg machte.
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