Lost & Found: Das Interview fand bereits nach der Niederlage der Baskets im Vorbereitungsspiel gegen Phoenix Hagen statt. Wir haben schlicht und einfach vergessen, es zu veröffentlichen…Aber vorenthalten wollten wir es Euch ja auch nicht, daher jetzt ein Schatz aus unserem Archiv:
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Der „Storch“ kam vor der Saison 2006/07 aus Frankfurt eingeflogen und etablierte sich schnell als echte Bank auf der Backup-Centerposition. Und das hinter dem 10 Jahre jüngeren John Bowler. Etwas, dass nicht allen Veteranen auf Anhieb leicht fallen würde. Doch dadurch, dass Bernd Kruel seine Rolle sofort akzeptierte und verstand, was von ihm gebraucht wird, wurde er schnell zu einem sehr wichtigen Teil der Mannschaft. Sein gutes Auge samt Passqualitäten, der sichere Wurf aus der Mitteldistanz und sein legendärer „eingetrippelter Hakenwurf“ machten ihn auf Anhieb zu einer echten Option in der zweiten Fünf.
Nach der Saison 2007/08, in der die Baskets die Vizemeisterschaft gewannen, wurde lange verhandelt und erst spät wurde klar, dass nicht weiter mit Bernd Kruel geplant wurde. Viele Fans hatten gehofft, der sympathische Hagener könne gehalten werden.
Stattdessen kehrte der 35-Jährige in seine Heimat zurück und unterschrieb beim ProA-Ligisten Phoenix Hagen einen 3-Jahres-Vertrag. Und nach nur einem Jahr ist der Storch zurück in der BBL. Wir wollten endlich mal wieder mit dem „Storch“ plauschen und haben nach der Niederlage der Baskets gegen Hagen die Chance beim Schopfe ergriffen.
baskets|blog: Bernd, Glückwunsch zum Sieg!
Bernd Kruel: Vielen Dank!
baskets|blog: Wie war für dich damals die Umstellung von der BBL auf die ProA…Was sind die Hauptunterschiede der beiden Ligen?
Bernd Kruel: Ach, das war gar kein Problem. In der ProA hast du halt zwei, drei Mannschaften, die in der Bundesliga schon mithalten könnten und den ein oder anderen Verein ärgern könnten. Die meisten Mannschaften auf ProA-Level sind einfach nicht so tief besetzt…Bei manchen Mannschaften ist es so, dass du da hinfährst und die mit 50 weghaust. Die haben ja auch teilweise noch andere Probleme mit Doppellizenzspielern, die nicht immer zur Verfügung stehen. Und wie man am heutigen Spiel sieht: Ich war echt überrascht, dass unsere Jungs, die ja zum Großteil auch schon in der ProA dabei waren, heute so gut mitgespielt haben.
baskets|blog: Gab es einen Punkt, an dem du die Entscheidung zurück in die ProA zu gehen mal bereut hast?
Bernd Kruel: Nein, gar nicht. Im Gegenteil: Eigentlich tat es ganz gut auch mal wieder eine andere Rolle zu spielen und auch wieder ein bisschen mehr Verantwortung zu übernehmen. Das war so ein Aspekt, der als Rollenspieler in der Bundesliga natürlich zu kurz kommt. Natürlich kommt auch dazu, dass wir auch sehr erfolgreich waren und sofort aufgestiegen sind. Das macht natürlich Spaß! Mal sehen, wie es nun in der BBL weitergeht…
baskets|blog: Das letzte Mal haben wir uns in den vergangenen Play-Offs unterhalten, als du als Zuschauer im Telekom Dome zu Besuch warst. Du meintest damals zu mir, dass dir der sehr amerikanische Stil mit dem Fokus auf 1-gegen-1-Situationen nicht wirklich gefallen würde…Wie sieht es mit der diesjährigen Spielphilosophie aus?
Bernd Kruel: Es wirkt alles deutlich organisierter. Sie spielen zwar immer noch schnell und aggressiv, aber in der Offensive wird nicht nur noch das 1-gegen-1 gesucht. Es gehört natürlich immer noch dazu, aber sticht einem nicht so direkt ins Auge. Einen großen Anteil daran trägt der neue Aufbauspieler, der selber punkten kann, aber auch sehr gut die Bälle verteilen kann und weiß, was in welcher Situation gebraucht wird.
baskets|blog: Also kann man sagen, dass Bernd Kruel in diesem Jahr wieder lieber bei den Baskets spielen würde, als letzte Saison?
Bernd Kruel: Naja, es hat früher ja auch Spaß gemacht mit den Jungs…So ist es ja nicht! Aber mir liegt das organisierte Spiel auch mehr, weil ich ja auch nicht mehr der Jüngste bin und über’s Feld sprinte. Und ich denke auch, dass es den Zuschauern einfach mehr Spaß macht bei so einer Spielweise zuzuschauen. Spektakuläre Aktionen wie Dunks gibt es ja weiterhin!
baskets|blog: Wie schätzt du dein Team ein, was ist drin für Phoenix Hagen in der ersten Liga?
Bernd Kruel: Das ist zum momentanen Zeitpunkt echt schwierig zu sagen. Heute haben wir zwar hier gegen Bonn gewonnen, aber in der bisherigen Vorbereitung waren sogar schon Niederlagen gegen ProA- oder ProB-Teams dabei. Ich denke, wenn die Mannschaft mal komplett ist und wir vollzählig trainieren können, dann spielt sich das auch ein. Wir kriegen ja auch noch einen Neuzugang (ist mittlerweile mit John Turek eingetroffen, Anm. d. Red.). Ich hoffe einfach, dass wir uns nicht nur gegen die Topmanschaften so motivieren können wie heute, sondern gerade gegen die etwas schwächeren Mannschaften, die ja unsere direkten Konkurrenten sind.
baskets|blog: Wie viele Jahre hat der Storch noch im Tank?
Bernd Kruel: Ach, drei bis vier Jahre höchstens noch…Nein, Quatsch, keine Ahnung! Aktuell fühle ich mich sehr gut. Und dann muss man von Jahr zu Jahr sehen. Für nächstes Jahr bin ich hier noch unter Vertrag und den will ich natürlich auch erfüllen. Jedes weitere Jahr ist dann Bonus!
baskets|blog: Damals kursierte bei deinem Wechsel von Bonn nach Hagen in den Internetforen öfters der Begriff „Rentenvertrag“. Beendest du in Hagen deine Karriere oder willst du es noch mal bei einem anderen Team wissen?
Bernd Kruel: Mal schauen…Ich wollte es noch mal beim NBA Draft probieren. (lacht) Nein, es stimmt schon, dass mir angeboten wurde anschließend im Verein zu arbeiten. Aber wie genau das aussehen wird, das steht zum aktuellen Zeitpunkt noch in den Sternen. Momentan will ich mich einfach fit halten, Basketball spielen und was danach kommt werden wir sehen…Wenn der Körper dann irgendwann „Nein“ sagt, muss man das akzeptieren.
baskets|blog: Vielen Dank für das Interview, Bernd…Hast du noch ein paar Worte an die Baskets-Fans?
Bernd Kruel: Unterstützt Eure Mannschaft wie eh und je! Wir sehen uns ja dann mindestens einmal im Telekom Dome…Viele Grüße aus Hagen!
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