Auch dieses Mal fiel uns die Wahl des “baskets|blog Spieler des Monats” nicht besonders schwer. Seitdem er aus den Klauen der bösen Bamberger entfloh, konnte er sich kontinuierlich verbessern und das von Mike Koch in ihn gesetzte Vertrauen mit starken Leistung rechtfertigen. Klar, die Rede ist vom immer noch 21-jährigen (der Junge scheint einfach nicht älter zu werden) Starting-Power Forward der Telekom Baskets Bonn, Alex Kings bestem Kumpel und dem “baskets|blog Spieler des Monats November ’09″:
Applaus für Tim Ohlbrecht!
Die Wahl zum Spieler des Monats ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass Tim Ohlbrecht sich zu Beginn des Monats im Training eine Schulterprellung zugezogen hatte, die es ihm verwehrte, den Arm über Schulterhöhe zu heben. Aus diesem Grund musste er im Spiel gegen die Eisbären Bremerhaven aussetzen und konnte so statt der fünf geplanten nur vier BBL-Spiele absolvieren. Doch das sollte Timmy nicht davon abhalten in den restlichen Spielen großartige Leistungen abzuliefern.
Dem gebürtigen Wuppertaler gelangen in dieser Zeit nämlich 12.8 Punkte, 3.8 Rebounds, 1.3 Assists und 1 Block pro Spiel. Natürlich sind dies nicht solch überragende Zahlen wie von Chris Ensminger im Oktober, als er zum “baskets|blog Spieler des Monats Oktober ’09″ gekürt wurde, aber dennoch: Gemessen an den Erwartungen an einen jungen Mann wie Ohlbrecht, der von vielen Basketball-Experten nach seiner Zeit in Bamberg schon fast zum Scheitern verurteilt worden war, sind dies sehr positive Werte, die zeigen, dass zu der Entwicklung eines Spielers mehr gehört als der Spieler selbst (lies: Coach, Umfeld, Vertrauen, Spielzeit, Freunde, Selbstbewusstsein,…).
Rein zahlenmäßig gesehen muss Timmy aber vor allem in einer Kategorie keinen Vergleich scheuen: Seine Quoten sind durch die Bank exzellent für einen Spieler seiner Größe/Position. Im November schoss er bärenstarke 75% aus dem Zwei-Punkte-Bereich (12/16) und traf 44% seiner Dreier (8/18). Zusammen ergibt das eine sehr gute Quote von 59% aus dem Feld (20/34). Dass er dabei öfter aus dem Drei-Punkte-Land drauf hält, als aus der Nah- oder Mitteldistanz ist uns und wohl auch Mike Koch bei solchen Quoten nur Recht. Auch von der Linie blieb er seinem bisherigen Saisonschnitt treu und traf 75% seiner Freiwürfe (3/4).
Sein bestes Spiel zeigte Ohlbrecht auswärts gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig, als ihm in 30 Minuten Spielzeit 17 Punkte, 9 Rebounds, sowie je ein Steal und Block gelangen und er damit nicht nur entscheidend dazu beitrug, den starken Lauf der Braunschweiger zu stoppen, sondern auch mal so ganz nebenbei dem bis dato besten deutschen Spieler der Liga, Heiko Schaffartzik, komplett die Show stahl. Auch beim vorangegangenen Heimspiel gegen Ludwigsburg hatte er 17 Punkte aufgelegt und war damit zum zweiten Mal in dieser Saison zum Topscorer seines Teams geworden. Im einzigen EuroCup-Spiel des Monats gelangen ihm 7/5 und 1 Block.
Besonders positiv fiel uns im vergangenen Monat auf, dass Tim erfolgreich an seinem Foulmanagement gearbeitet hat. In den vier absolvierten Spielen gelangte er (bis auf gegen Badalona im EuroCup, wo allerdings nur sieben Spieler zur Verfügung standen) kein einziges Mal mit 4 Fouls in Foultrouble. Die meisten, nämlich drei Fouls hatte er beim Spiel gegen Braunschweig (und gegen Göttingen), als er aber auch lange 30 Minuten auf dem Feld stand. Im Schnitt passierten ihm nur noch 2.3 Regelwidrigkeiten pro Partie, verglichen mit den 3.3 Fouls im Oktober eine amtliche Reduktion. Hand in Hand mit dieser Verbesserung zeigte sich folgerichtig ein satter Anstieg seiner Minuten von 19 auf 23.5 pro Spiel.
Wenn man eine Negativ-Nadel im goldenen November-Heuhaufen von Tim Ohlbrecht finden will, dann sind es am ehesten seine 1.5 Ballverluste pro Spiel, welche eine leichte Verschlechterung im Vergleich zum Vormonat (ca. 1 Turnover/Spiel) darstellen. Nicht falsch verstehen: Tim Ohlbrecht ist weit davon entfernt, dass seine Initialen bald nur noch im Zusammenhang mit dem englischen Ausdruck für Ballverlust genannt werden und er sich einen neuen Spitznamen einfängt, aber wie gesagt: Wenn man etwas negatives sucht, dann ist es am ehesten das!
Sollte sich Tim Ohlbrechts Entwicklung weiter so gestalten wie in den vergangenen zwei Monaten, spricht vieles dafür, dass er nicht länger als die zwei vertraglich vereinbarten Saisons im Trikot der Telekom Baskets Bonn oder eines anderen deutschen Vereins spielen wird. Dass bis dahin aber noch ein harter Weg vor ihm liegt, weiß nicht nur Mike Koch. So langsam glauben auch wir daran, dass Tim realisiert hat, dass genau jetzt seine Zeit gekommen ist und er alles dafür tun muss, damit daraus eine “geile Zeit” wird, wie die deutsche Rockband Juli so schön zu singen pflegt.
Wenn jemand Dirk Bauermanns eMail-Adresse kennt, so möge er uns diese doch bitte zukommen lassen…Schließlich wollen wir dem Bundesdirk doch in seiner Arbeit unter die Arme greifen und ihm zeigen, was passieren kann, wenn man einem Spieler Vertrauen und Spielzeit schenkt.
Also, erneut Gratulation an Tim Ohlbrecht, den “baskets|blog Spieler des Monats November ’09″!
Related Posts
No related posts.










Dirk Bauermann war im Telekom Dome und hat TO gesehen. Da DB, wie immer, eine versteinerte Mine hatte, konnte man nicht ablesen, ob es ihm gefallen hat, was er sah.