Frohes Neues im Telekom Dome! Und das kann wörtlich genommen wurden. Die Stimmung war froh und ausgelassen und selbst etwas neues konnten die Fans an diesem Sonntagabend erleben. Lest hier nochmal über die Highlights der Partie Telekom Baskets Bonn gegen Ratiopharm Ulm.
- Letzte Woche sprachen wir es noch an: König Arturs Selbstbewußtsein war so überwältigend, wie der Erfolg der neuen Popstars-Band “Some & Any”. Doch im Stile einer Cinderella-Story meldete sich der Basketskapitän eindrucksvoll zurück. Lassen wir uns das Geschehene noch einmal vor unserem geistigen Auge Revue passieren… und mit “geistigen Auge” meine ich Youtube
. Der Schuss? Eigentlich nichts besonderes: Wie gewöhnlich curlt Artur durch die Zone um seinen Verfolger abzustreifen, dieser bliebt ihm jedoch dicht auf den Fersen. Erst ein weiterer Screen von Landsmann Tim Ohlbrecht sorgt für die kleine Sekunde Abstand, die oft über freien Wurf oder “ich pass dann mal lieber weiter” entscheiden! Nachdem er den Ball dann von seinem besten Freund Hannes serviert bekommt, drückt er ab. 2 Sekunden später steht die Halle kopf – und das ist nichtmal übertrieben. Wild fremde Menschen lagen sich in den Armen, Artur hatte Aids geheilt, den Irland Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten gelöst, Blinden das Augenlicht geschenkt. Ok ok, das ist vielleicht etwas übertrieben. Aber was in diesem Moment für positive Emotionen bei Mitspielern und Fans freigesetzt wurden, hatte man bis dato nur selten bis gar nicht erlebt. - Viele mögen diese Freude als übertrieben oder verfrüht ansehen. “Eine Schwalbe macht noch lange keinen Italiener” heißt es dann. Doch was genau zeigt uns die Reaktion der Fans? Egal was kommt, sie fühlen mit dem Spieler mit. Wie oft wurde Artur verflucht, doch endlich mal den Dreipunktewurf zu nehmen, endlich mal den Korbleger zu suchen anstatt nach starkem Antritt wieder nach Außen zu passen. Und trotzdem oder vielleicht gerade deswegen war die Freude so groß, dass dem Veteran endlich wieder ein Erfolgserlebnis zu gute kam. Wie sagt man so schön? “It’s a thin line between love and hate”.
- In Ulm gehen die Uhren dann doch ein wenig anders. Dort sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht, dort stammt die Milch noch von glücklichen Kühen, dort wechseln sich Basketball-Bundesliger Spieler selbst aus. Ok, dreimal dürft ihr raten was davon zutreffend ist. Ich weiß nicht, ob die Kühe in Bonn genauso glücklich sind oder ob sich Fuchs und Hase dort wirklich “gute Nacht” sagen. Aber als sich Ulms Powerhouse Christian Burns im ersten Viertel bereits sein zweites persönliches Foul abholte, ging er direkt und schnurstracks auf die Ulmer Auswechselbank zu – und das ohne von Headcoach Mike Taylor dazu beordert. Dementsprechend überrascht reagierte Taylor dann auch und musste sich erst noch den passenden Auswechselspieler von der Bank suchen, ehe Burns das Spielfeld verlassen konnte.
- Apropos Mike Taylor: Er ist der einzige Amerikaner der Liga, der konsequent deutsch spricht und sich seit Jahren stetig darin verbessert. Noch dazu gibt er deutschen Talenten die Chance sich in der Liga zu präsentieren. In beiden Belangen können sich eine Menge Spieler oder Trainer eine Scheibe davon abschneiden. Respekt dafür!
- Wir wissen ja alle, dass sich Spieler nicht zu den Schiedsrichterleistungen äußern (dürfen?). Trotzdem fand der eine oder andere Basketsspieler auch so einen Weg, seine Meinung über die Pfiffe der Unparteiischen kund zu tun. Gestatten, Johannes Strasser. Nach dem er innerhalb kürzester Zeit 3 Fouls sammelte und ihn Michael Koch daraufhin auf die Bank versetzte, tauschte JJ kurzerhand die Adidas TS Cut Creator gegen den Adidas F50.9 Stollenschuh um dem Auswechselstuhl mal zu zeigen, wer der Herr im Haus ist!
- Gestatten, Alex King. Während des Kampfes um die Position im Lowpost, wurde Axel König mit einem Offensivfoul bestraft. Dass er die Sache allerdings ganz anders sah, demonstrierte er beim zurücklaufen dem Referee, der das Foul gepfiffen hatte. Mit der imaginären Kamera auf der Schulter, wieß er den Unbestechlichen darauf hin, wie es doch in Wirklichkeit zu dem “Foul” gekommen sei. Unnötig zu sagen, dass sich die gesamte Bonner Bank über diesen Vorfall scheckig lachte – allen voran, na wer wohl, Tim Ohlbrecht!
- Game-Time für die Youngstars: 3 Minuten vor Schluss wechselte Coach K die beiden Nachwuchstalente Fabian Thülig und Jonas Wohlfahrt-Bottermann ein. Somit standen auf Bonner Seite mit Artur, Johannes, Jonas, Fabian und Patrick 4 1/2 deutsche Basketballspieler auf dem Feld. Bottermann konnte sogar kurz darauf die ersten beiden Punkte seiner Beko BBL Karriere erzielen. Trotz der energischen Forderungen der Fans, den zuvor ausgewechselten Ohlbrecht wieder ins Spiel zu bringen, um die “deutsche 5″ voll zu machen, ließ Mike Patrick Flomo die Partie zu Ende spielen. Wieso? Das erklärte er auf der Baskets-Pressekonferenz.
- Wer sich beim Allstar-Day besonders auf den Dunkcontest freut, dem wurde an diesem Abend schon ein kleiner Vorgeschmack geboten. Zwar waren die gezeigten Dunkings nicht außergewöhnlich, dafür wurde umso öfter männlich und mit Autorität über Ringniveau abgeschlossen. Allen voran lieferten sich Tim Ohlbrecht und Coleman Collins ein Privatduell, bei dem es wohl darum ging, wer am meisten Bälle von oben herab in den Korb donnern konnte. Collins dunkte dabei über alles und jeden hinweg und von den 6 Treffern aus der Nahdistanz, wurden gefühlte 7 per Slamdunk erzielt.
- Jared Jordan sah wirklich gefährlich aus. Unter seinem linken Auge trug der Allstar-Point Guard ein dunkles Feilchen, dass er sich wohl im letzten Heimspiel gegen Giessen zugezogen hatte. Aber vielleicht kommt dadurch ja die zuvor fehlende, dringend benötigte Toughness des 25-jährigen zum Vorschein. So sieht man ihn nun immer öfter in der Zone abschließen und in jedem den letzten 5 Spiele erzielte er mindestens 10 oder mehr Punkte. Das Interessante daran: Während sein Scoring nach oben zeigt, gingen seine Assist-Werte in dieser Zeitspanne nach unten. “Nur” 3,4 Assistenten verteilte er im Durchschnitt.
- Da sich viele Fans bereits auf dem Weg nach Badalona befanden, gab es abseits des Spielfeldes ein Comeback der besonderen Art. Der ehemalige Fanclub-Vorsitzende Andreas “Kumbi” Wirtz übernahm die Rolle des Capos und schaffte es wie in früheren Hardtberg-Zeiten, die Fankurve “zu rocken” (Zitat aus dem Baskets-Forum). Das Ganze kam so gut an, dass mitlerweile einige Stimmen eine vollzeitige Rückkehr an das Megaphon fordern.
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Ja, Kumbi sollte auf jeden Fall öfter mal ein Comeback feiern. Marc macht seine Sache sehr gut, allerdings geht Kumbi doch ein wenig mehr “ab”!