
Jason Conley (Foto: baskets.de)
Drei Jahre lang war er einer der Publikumslieblinge und Leistungsträger im Magenta-Trikot. Er begeisterte auf dem Platz mit spektakulären Aktionen und präsentierte sich abseits des Feldes als freundlicher, aufgeschlossener und sehr humorvoller Mensch.
Als sich Jason Conley aber Mitte der Saison 2007/08 am Knie verletzte, ahnte weder er noch sonst jemand aus dem Kreis der Baskets, dass zu dem Zeitpunkt seine Abschiedstournee durch die Hallen der Basketball Bundesliga beginnen würde. So verpasste ConAir (sein Bonner Spitzname) oder Coop (sein Spitzname aus Collegezeiten) nicht nur die Hälfte der Saison, die Play-Offs und die Finalserie, sondern auch den Umzug in den brandneuen Telekom Dome.
In Gesprächen zu dieser Zeit konnte ich ihm anmerken, dass er zwar vordergründig weiterhin gut gelaunt auftrat, der Frust über die Verletzung aber sehr tief bei ihm saß. Oft hatte er noch während der Bauphase des Telekom Domes angekündigt, wie sehr er sich darauf freue, endlich in der neuen Halle trainieren und spielen zu dürfen. Im Sportjargon würde man sowas wohl oft mit einem simplen “Es hat nicht sollen sein!” abtun, doch für Jason, der über seine Zeit bei den Baskets mit Herz und Seele zum Bonner geworden war, war es trotz der Vize-Meisterschaft von der Bank aus ein trauriger Abgang, den er so nicht verdient gehabt hätte.
Die hohe Komplexität seiner Verletzung und das damit verbundene Risiko waren jedoch zu groß, um eine Weiterverpflichtung rechtfertigen zu können. So beschlossen Jason und die Telekom Baskets gemeinsam, dass es besser für ihn wäre, wenn er sich voll und ganz auf die Rehabilitation konzentrieren könnte. So kehrte er zurück in seine Heimatstadt San Antonio und war von der Baskets-Bildfläche größtenteils verschwunden. Lediglich ab und an informierte mal ein Fan die anderen Baskets-Anhänger per Eintrag im Baskets-Forum darüber, dass Jason mittlerweile wieder Basketball spiele und zwar in der 1. Finnischen Liga. Mit reichlich Spielzeit ausgestattet und sehr guten Leistungen schaffte er es mit seinem Team Namika Lahti als Underdog ins Finale und gewann überraschenderweise sogar die finnische Meisterschaft.
Für die Saison 2009/10 hat er einen Vertrag beim österreichischen Erstliga-Verein Kraftwerk Wels unterschrieben und trifft da auf einen weiteren Ex-Bonner, Tilo Klette.
Wir wollten mal hören, wie Jason selbst die letzten anderthalb Jahre erlebt hat, was er von der Zukunft erwartet und haben ihn gefragt, ob er nicht Lust hätte noch einmal bei so einem gewissen Verein in der BBL zu spielen? (Hier klicken für die deutsche Übersetzung)
baskets|blog: Jason, what happened to you after you left Bonn?
Jason Conley: After Bonn, I went home to Washington DC to rehab my knee. I eventually got better and went to Finland in February.
baskets|blog: What did you focus on during your rehab?
Jason Conley: During rehab I focused mainly on doing everything the doctors told me. Completely healing and getting the muscle back in my leg was the main focus.
baskets|blog: During the long break, was there something that you worked on specifically? Which part of your game did you improve the most since leaving the Baskets?
Jason Conley: During the break, I was mainly doing ball-handling, shooting, and getting my speed back. I think my shooting has improved more than anything. I know that my jumping ability is not what it used to be but I knew I had to improve something else.
baskets|blog: What offers did you get after being back to 100 percent? Where there any offers from BBL-clubs?
Jason Conley: I got offers from 2 BBL teams, one from France and one from Belgium.
baskets|blog: As an underdog, you won the championship with your team in Finnland…Why didn’t you stay there? Why did you decide to go to Austria?
Jason Conley: Finland was a great experience and I really enjoyed winning a championship. I decided to go to Austria because of the Eurocup/Eurochallenge opportunity. Lahti was good to me but they played no European competition.
baskets|blog: How’s the level of play in Austria compared to Finnland and Germany?
Jason Conley: The competition level is not much different in Austria than Finnland and Germany. The German league is probably better than the others. The problem with Austrian league is that there are 5 or 6 teams that are good and the other 5 or 6 can’t compete at all. The German league has 15 or 16 teams that you could lose to at any night.
The top Austrian teams could definitely compete in the German league.
baskets|blog: How’s your Deutsch coming along? Are you glad to be back in a german speaking country?
Jason Conley: My Deutsch is getting a lot better. It was good to come here and understand a lot of what people are saying. I like when people around me are speaking Deutsch and think I don’t understand, when I do.
baskets|blog: Do you know that one of your teammates is also a former Baskets player?
Jason Conley: Yes, Tilo. We often share some of our Bonn stories to each other. We both agree that it was a great place to be.
baskets|blog: What were you thinking when you saw someone wearing your Mizzou jersey at your first game for the Baskets?
Jason Conley: It was very cool to see. I saw it a lot in college but it was very exciting to see it in Germany.
baskets|blog: Who was the biggest trashtalker you witnessed while playing for Bonn (own team/other team)?
Jason Conley: Probably Ensminger. When playing Bamberg he would always run his mouth, for no reason most of the time. It is so funny how he plays for Bonn now, because the fans hated him when he was in Bamberg.
baskets|blog: What do you miss most about Bonn? Which player do you miss most?
Jason Conley: I miss hanging with Flo and JB. We had some fun times together. We would spend many road trips playing UNO on the bus. I miss so many things. I miss Beuel. I miss the rhein river. I miss driving in town and parking my car at Dirk Wallrath’s parking garage.
I miss going over to Ma’s (Heidi) house to eat some good food and talk for hours. I miss downtown Bonn. I miss going to Cologne. I miss partying with Sanpha and Marco. I miss the Baskets Club, they were very professional and handled things professionally. I miss Thomas Jondral. He was the first face I saw when I got to Germany and he was a very important part of the Baskets. I am very thankful for everything he did for me. I miss hearing every stat of every player in sports history from Kevin Koch.
But most of all, I miss the fans of Bonn. The fans were unbelievable and they can’t be replaced.
baskets|blog: What do you expect from the future?
Jason Conley: I expect to win a championship in Austria and hopefully make it as far as we can in the Eurochallenge.
baskets|blog: Would you like to return to a certain BBL-club? And: Regarding your health, do you think a BBL-comeback would be possible?
Jason Conley: I would definitely return to the BBL if the situation was right. But honestly, I would like to go to another country and have a new experience.
baskets|blog: Your words to the Telekom Baskets Bonn fans!
Jason Conley: I would like to give a special hello and thanks to certain people:
David Volkmann, Dirk Wallrath, Frank Wilken and his family, Hildegard Zehe, Ma, Chris, Big Wig, Teddy, Anja, Tina, Pat, Thomas, Seb, Marco and Sanpha. Mike Koch and Andreas.
To all the other fans that I didn’t know personally, thank you so much for your support. The fans helped us win many games and helped make many memories that will be with me forever. Thank you again and good luck to the Baskets for the rest of the season.
baskets|blog: Thank you very much for taking so much time, Jason! We wish you all the best for you and your career!
Einen Monat nachdem wir dieses Interview geführt hatten, erwischte es Jason am 2.3. leider erneut mit einer schweren Verletzung. Im Derby gegen die Gmunden Swans riss sich der Flügelspieler die Achillessehne und fällt mindestens sechs Monate aus. Wir wünschen Jason auf diesem Wege Alles Gute und hoffen, dass er sich auch aus diesem Loch wieder rausboxt, um mit neuer Energie wieder den Weg zurück auf den Basketballcourt zu finden! Keep your head up and get well soon, Coop!
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baskets|blog: Jason, was passierte damals, nachdem du Bonn verlassen hattest?
Jason Conley: Nach Bonn bin ich erst einmal nach Hause nach Washington DC geflogen, um mein Knie vollständig wieder fit zu kriegen. Nach einiger Zeit war ich wieder fit und reiste dann im Februar nach Finnland.
baskets|blog: Worauf hast du dich in der Reha besonders konzentriert?
Jason Conley: Ich habe besonders darauf geachtet alle Tipps und Ratschläge der Ärzte so gut wie möglich zu befolgen. Das wichtigste für mich war, mein Bein komplett heilen zu lassen und meine Muskeln wieder zu alter Stärke zu bringen.
baskets|blog: Woran hast du während der langen Pause besonders gearbeitet? Welcher Aspekt deines Spiels hat sich am meisten verbessert seitdem du die Baskets verlassen hast?
Jason Conley: Während meiner Verletzungspause habe ich hauptsächlich am Ball-Handling, Werfen und am Wiedererlangen meiner Schnelligkeit gearbeitet. Ich denke, dass mein Wurf sich am allermeisten verbessert hat. Ich weiß ja, dass meine Sprungkraft und Athletik durch die Verletzungen etwas eingebüßt hat, daher musste ich mich in einem anderen Bereich verbessern.
baskets|blog: Was für Angebote hast du bekommen nachdem du wieder zu 100% fit warst? Gab es Anfragen von Vereinen aus der BBL?
Jason Conley: Ich habe tatsächlich zwei Angebote von BBL-Teams bekommen. Dazu noch jeweils eins aus Frankreich und aus Belgien.
baskets|blog: Als Underdog gewann dein finnisches Team die Meisterschaft…Wieso bist du nicht dort geblieben? Warum hast du dich für Österreich entschieden?
Jason Conley: Finland war eine tolle Erfahrung und ich habe es echt genossen eine Meisterschaft zu gewinnen. Ich habe mich hauptsächlich wegen der Möglichkeit EuroCup bzw. EuroChallenge zu spielen für Österreich entschieden. Lahti war ein toller Verein, aber sie haben eben nicht europäisch gespielt.
baskets|blog: Wie würdest du das Spielniveau in Österreich verglichen mit Finnland oder Deutschland beschreiben?
Jason Conley: Beim Wettbewerbsniveau gibt es zwischen den drei Ländern gar nicht so einen riesigen Unterschied. Die deutsche Liga ist aber wahrscheinlich schon die stärkste der drei Ligen. Das Problem in Österreich ist, dass es zwar fünf bis sechs Mannschaften gibt, die wirklich stark sind, aber die restlichen Teams können gar nicht mithalten. In der deutschen Liga gibt es eben 15 oder 16 Teams gegen die du an jedem Spieltag mal verlieren könntest. Aber die besten österreichischen Vereine könnten definitiv in der BBL mitspielen.
baskets|blog: Wie steht es um dein Deutsch? Freust du dich, wieder in einem deutschsprachigen Land zu leben?
Jason Conley: Mein Deutsch verbessert sich wirklich sehr. Es war super hier hin zu kommen und viel von dem zu verstehen, was die Leute um dich herum sagen. Ich mag es, wenn Leute um mich herum Deutsch sprechen und denken, ich würde sie nicht verstehen….obwohl ich’s tue!
baskets|blog: Weißt du, dass einer deiner Mitspieler auch ein ehemaliger Baskets-Spieler ist?
Jason Conley: Ja klar. Tilo und ich erzählen uns ab und an ein paar Geschichten aus unseren Bonner Zeiten. Wir sind beide der Meinung, dass es eine tolle Zeit in Bonn war.
baskets|blog: Was dachtest du eigentlich damals bei deinem ersten Spiel für die Baskets, als jemand in deinem Mizzou-College-Jersey auf der Tribüne saß?
Jason Conley: Das war natürlich richtig cool. In Amerika habe ich natürlich öfter jemanden so rumlaufen sehen, aber mein College-Jersey hier in Deutschland zu sehen war erstaunlich.
baskets|blog: Wer war der größte Trashtalker während deiner Zeit in der BBL (von deinem Team/von den anderen Teams)?
Jason Conley: Wahrscheinlich Ensminger. Immer wenn wir gegen Bamberg gespielt haben, hat er Mist geredet, ohne, dass es dafür meistens einen Grund gab. Es ist wirklich lustig zu sehen, dass er jetzt für Bonn spielt, denn die Fans haben ihn damals gehasst als er noch in Bamberg spielte.
baskets|blog: Was vermisst du am meisten an Bonn? Welche Spieler vermisst du aus deiner Bonner Zeit?
Jason Conley: Ich vermisse es mit Flo und JB abzuhängen. Wir hatten wirklich immer viel Spaß zusammen. Wir haben auf den langen Busreisen stundenlang UNO gegeneinander gespielt. Ich vermisse so viele Dinge. Ich vermisse Beuel. Ich vermisse den Rhein. Ich vermisse es, in die Stadt zu fahren und mein Auto in Dirk Wallraths Garage abzustellen. Ich vermisse es, zu Ma’s (Heidis) Haus rüberzugehen, etwas leckeres zu essen und stundenlang zu reden. Ich vermisse die Bonner Innenstadt. Ich vermisse es nach Köln fahren zu können. Ich vermisse es mit Sanpha und Marco Party zu machen. Ich vermisse natürlich die Telekom Baskets. Sie waren sehr professionell und haben mich auch immer professionell behandelt. Ich vermisse Thomas Jondral. Er war die erste Person, die ich kennenlernte, als ich nach Deutschland kam und er war ein sehr wichtiger Teil der Baskets. Ich bin sehr dankbar für all das, was er für mich getan hat. Außerdem vermisse ich es, mir alle Statistiken von allen Spielern der Basketballgeschichte von Kevin Koch erzählen zu lassen.
Aber am meisten vermisse ich die Fans der Telekom Baskets Bonn. Sie waren einfach unglaublich und können nicht ersetzt werden.
baskets|blog: Was erwartest du von der Zukunft?
Jason Conley: Ich erwarte, dass wir mit unserem Team die österreichische Meisterschaft gewinnen und es so weit wie möglich in der EuroChallenge schaffen.
baskets|blog: Würdest du zu einem gewissen Club in der BBL zurückkehren wollen? Und bezogen auf deinen gesundheitlichen Zustand: Meinst du ein BBL-Comeback wäre möglich?
Jason Conley: Ich würde auf jeden Fall in die BBL zurückkehren, wenn die Situation passen würde. Aber um ehrlich zu sein, würde ich lieber in ein anderes Land gehen und neue Erfahrungen sammeln.
baskets|blog: Deine Worte an die Fans der Telekom Baskets Bonn!
Jason Conley: Ich würde gerne folgende Menschen grüßen und ihnen meinen Dank aussprechen:
David Volkmann, Dirk Wallrath, Frank Wilken und seine Familie, Hildegard Zehe, Ma, Chris, Big Wig, Teddy, Anja, Tina, Pat, Thomas, Seb, Marco und Sanpha. Mike Kochu nd Andreas.
An all die anderen Fans, die ich nicht persönlich gekannt habe: Vielen Dank für eure tolle Unterstützung. Die Fans haben uns wirklich geholfen sehr viele Spiele zu gewinnen und mir sehr viele Erinnerungen beschert, die ich für immer mit mir trage. Vielen Dank noch einmal und viel Glück für die Baskets und den Rest der Saison.
baskets|blog: Vielen Dank, dass du dir so viel Zeit genommen hast, Jason! Alles Gute weiterhin für dich und deine Karriere!
Einen Monat nachdem wir dieses Interview geführt hatten, erwischte es Jason am 2.3. leider erneut mit einer schweren Verletzung. Im Derby gegen die Gmunden Swans riss sich der Flügelspieler die Achillessehne und fällt mindestens sechs Monate aus. Wir wünschen Jason auf diesem Wege Alles Gute und hoffen, dass er sich auch aus diesem Loch wieder rausboxt, um mit neuer Energie wieder den Weg zurück auf den Basketballcourt zu finden! Keep your head up and get well soon, Coop!
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Hallo
Vielen Dank für den tollen Post.
Hat viel Spass gemacht diesen zu lesen.
Habt Ihr noch weitere “Was macht eigentlich…?” in arbeit?
Was machen zB. G oder Wiz?
Grüße
Olaf
Klasse Interview, Jungs!
Und warum erwischt es immer die besten und nettesten? Schon wieder ein Sehenriss. Mannomann, armer Jason…